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Jugend und Umweltschutz – Welche Rolle spielt das Internet?

Seit einigen Monaten vergeht kein Freitag, ohne dass Jugendliche in ganz Deutschland für mehr Umweltschutz auf die Straße gehen. Sie fordern Politiker und andere Erwachsene dazu auf, mehr Verantwortung für die Erde zu übernehmen. Doch sind sie dazu auch selbst bereit? Und lassen sich die Gewohnheiten unserer konsumfixierten Gesellschaft mit einem grünen Lifestyle unter einen Hut bringen? Welche Rolle spielt dabei das Internet? SpardaSurfSafe, eine Initiative der Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank Baden-Württemberg, ist auf die Suche nach Antworten gegangen.

Das Umweltministerium veröffentlichte im Januar 2018 eine große Jugendstudie. Das Ergebnis: Die Umwelt ist ihnen wichtig. 80 Prozent sorgten sich darum, dass künftige Generationen in einer verschmutzen Umwelt leben müssen. Fast drei Viertel sind sich bewusst, dass sie sich in ihrem Lebensstandard einschränken müssten, um das zu ändern und fast ebenso viele sind auch grundsätzlich bereit, dafür mehr Geld auszugeben. Das wären erfreuliche Ergebnisse gewesen, wenn es in der Praxis nicht ganz anders aussähe. Nur etwa ein Viertel der Jugendlichen kaufte gezielt Fair Trade. Nur neun Prozent kaufen Kleidung mit Ökosiegel und weniger als die Hälfte der befragten Jugendlichen konnte sich vorstellen, auf Flugreisen zu verzichten. Das könnte sich jedoch seither geändert haben, denn mit Greta Thunberg haben Jugendliche auf der ganzen Welt eine neue Ikone gefunden. Zehntausende schwänzen jeden Freitag die Schule und gehen mit Fridays for Future auf die Straße. Sie wollen die Welt retten und fordern von Politik und Forschung schnelle und effektive Lösungen. Außerdem wollen sie auch ihren Teil zur Lösung beitragen. Im Internet und über die sozialen Medien tauschen sie sich aus, verabreden sich zu den Demos und suchen ganz gezielt nach nachhaltigen und ökologischen Produkten.

„Der klassische Ökoladen, in dem Kartoffeln neben Wollknäuel liegen, oder der Eine-Welt-Laden mit Fair-Trade-Kaffee und Alpakamützen aus Südamerika sind nicht unbedingt Orte, an denen Jugendliche die Dinge finden, die sie brauchen oder für die sie ihr Taschengeld ausgeben wollen. Auch Boutiquen mit fair gehandelter und nach ökologischen Standards produzierter Mode sind allein von der Preisgestaltung und dem Angebot nicht unbedingt auf eine jugendliche Zielgruppe zugeschnitten“, erklärt Götz Schartner vom Verein Sicherheit im Internet e. V., einem Mitveranstalter von SpardaSurfSafe. Das ändere sich zwar langsam, aber trotzdem könne der stationäre Handel in dieser Beziehung nicht mit dem Internet mithalten. Online finden Jugendliche faire und ökologisch hergestellte Mode, die ihrem Geschmack entspricht, sowie viele weitere Produkte gebündelt an einem Ort. Sogar die großen Versandhändler haben den Trend erkannt und bieten nachhaltige Mode in einer eigenen Kategorie an.

Doch auch wenn Jugendliche mittlerweile mehr Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz legen und sich bemühen, diese im Alltag umzusetzen, bestehen immer noch Probleme. Zwar kann man immer mehr faire und ökologisch sinnvolle Waren, die darüber hinaus noch modern und sogar bezahlbar sind, im Netz kaufen. Aber man sollte auch daran denken, dass der zunehmende Versandhandel gleichzeitig zu einer Zunahme an Paketen führt, die durch ganz Europa oder sogar die ganze Welt gekarrt werden müssen. Auch die immer noch beliebte Weltreise mit dem Rucksack nach dem Schulabschluss ist durch die vielen Flüge nicht unbedingt umweltschonend. Und zu guter Letzt ist auch das Internet selbst und die damit verbundene Technik ein Klimakiller.

Tatsächlich verbraucht der Unterhalt des Internets gigantische Mengen an Energie. Wäre das Internet ein Land, wäre es nach Angaben von Greenpeace-Energieexperten der fünftgrößte Stromverbraucher weltweit. „Diese Energie nachhaltig und ökologisch zu erwirtschaften, muss das Ziel sein, denn nur so wird das Internet wirklich grün“, so der Experte. Er nimmt darüber hinaus die Hersteller der entsprechenden Technik sowie die Verbraucher in die Pflicht. Statt auf einen Lebenszyklus von nur rund zwei Jahren müssten Handys, Computer und Tablets auf Langlebigkeit ausgerichtet werden. „Der geplanten Obsoleszenz von Technik muss ein Riegel vorgeschoben werden. Aber auch die Kunden müssen sich davon verabschieden, die neuesten Geräte als Statussymbol haben zu wollen“, rügt Schartner. Denn auch die Vermeidung von Elektroschrott gehört zum Umweltschutz.

Über die Stiftung Bildung und Soziales
Die Stiftung Bildung und Soziales ist eine von vier Stiftungen der Sparda-Bank Baden-Württemberg. Sie kümmert sich um gesellschaftliche Belange im Bundesland. Seit vielen Jahren engagiert sich die Stiftung für soziale Einrichtungen und Projekte, die sich um Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderung und Krankheit kümmern. Die Stiftung versteht sich dabei nicht als bloßer Geldgeber, sondern macht sich für eine Vernetzung unterschiedlicher Akteure stark und fördert über eigene Projekte das Gemeinwohl. Die Stiftung setzt sich besonders für bildungsrelevante Projekte ein, die beispielsweise die Förderung gesunder Ernährung, die Vermittlung von Medienkompetenz oder die Förderung innovativer Lernmethoden zum Inhalt haben. Die Sparda-Bank Baden-Württemberg ist Trägerin der Stiftung Bildung und Soziales und verbindet damit ihr Engagement für die Menschen und die Region, in der sie verwurzelt ist.

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