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Günstig reisen – so geht’s wirklich
Mit wenig Budget reisen heißt nicht verzichten, sondern klug entscheiden. Wir zeigen ehrlich, wo du sparen kannst, wo sich wirklich sparen lässt und wo du besser etwas mehr investieren solltest. Reisen ist teurer geworden, das spüren wir alle. Aber mit einem guten Plan kommst du trotzdem an dein Ziel, ohne auf unvergessliche Erlebnisse verzichten zu müssen. Egal ob nach dem Abi durch die Welt oder im Job an den Ferien vorbei: Wir haben Tipps für dich, wie du auch mit wenig Budget viel herausholen kannst. Zum Beispiel, indem du selbst planst, statt die Pauschalreise zu buchen. Hier erfährst du, wie günstig Verreisen heute noch funktioniert und wie du mit wenig Geld reisen kannst, ohne jeden Cent zweimal umzudrehen.
15.07.26

Flexibel bleiben: Reisezeit und Wochentage
Wann ist Urlaub am günstigsten? Klar: Dann, wenn nicht alle anderen auch fahren. Wer in der Nebensaison reisen kann, schont das Budget enorm. Antizyklisch reisen ist die Devise für alle, die sparen wollen, und das betrifft nicht nur die Schulferien. Auch die Wahl der Wochentage kann zum wirkungsvollen Hebel werden. Flüge und Unterkünfte sind für An- und Abreisen zwischen Dienstag und Donnerstag oft günstiger als am typischen Wochenende.
Familien mit schulpflichtigen Kindern sind da weniger flexibel, doch auch für sie gibt es Möglichkeiten. Du kannst zum Beispiel den Ferien-Versatz der Bundesländer zu deinem Vorteil nutzen. Nicht alle sind gleichzeitig unterwegs! Wenn du zum Beispiel von einem Flughafen in einem benachbarten Bundesland abfliegst, das noch keine Ferien hat (oder deinen Urlaub in einem Bundesland ohne Ferien verbringst), sparst du oft spürbar.

Das richtige Reiseziel: günstige Länder und Regionen
Die richtige Zeit hast du; jetzt geht’s an die Wahl des Ortes. Denn auch die entscheidet maßgeblich über deine Ausgaben. Es gibt weltweit und auch direkt vor deiner Haustür sehr günstige Reiseziele, wenn du bereit bist, die klassischen Touri-Pfade ein wenig zu verlassen.
Schau dir am besten Länder mit einem generell niedrigen Preisniveau an. Albanien, Georgien oder Rumänien sind tolle Geheimtipps, wenn du günstig in Europa reisen willst. Zieht es dich eher in die Ferne? Dann ist Vietnam oft eine deutlich preiswertere Alternative zum teuer gewordenen Thailand, und Marokko schont die Kasse mehr als so manches südeuropäische Land.
Eine gute Faustregel für deine Planung: Festland ist fast immer preiswerter als Inseln, da die Versorgung einfacher ist. Und wenn du günstige Städtereisen planst, dann lohnt es sich, von teuren Dauerbrennern wie London, Paris, Rom oder Barcelona abzuweichen. Kleinere Städte in der zweiten Reihe sind oft mindestens genauso spannend, weniger überlaufen und kosten nur einen Bruchteil.

Reisebudget planen und im Blick behalten
Bevor du tatsächlich buchst, solltest du dein Reisebudget planen. Der erste Schritt: Überlege genau, was du vor Ort für Unterkunft, Essen, Transport und Ausflüge brauchen wirst. Wenn deine Zielsumme steht, fängst du am besten frühzeitig an, gezielt auf dieses Reisebudget zu sparen. So gehst du entspannt in den Urlaub, ohne dir unterwegs ständig Sorgen ums Geld machen zu müssen – und ohne an deine Rücklagen für später zu gehen.
Einer der besten Spartipps für den Urlaub: Überblick behalten. Klingt banal, bringt aber eine ganze Menge. Setz dir ein realistisches Tagesbudget und tracke deine Ausgaben unterwegs ganz einfach mit einer App oder einem klassischen Haushaltsbuch. So siehst du sofort, wenn du mal über die Stränge schlägst, und kannst an den nächsten Tagen einfach etwas kürzertreten, ohne böses Erwachen am Ende des Urlaubs.
Vorab sparen mit Unterkonto
Leg dir für deine Urlaubskasse am besten ein separates Unterkonto an. So vermischt sich das Geld nicht mit deinen laufenden Ausgaben, und du siehst sofort, wie weit du vom Erreichen deines geplanten Budgetziels noch entfernt bist. Eine super Grundlage dafür ist die 50-30-20-Regel, mit der du jeden Monat ganz automatisch einen festen Betrag für Freizeit & Co. (und damit eben auch deine nächste Reise) zur Seite legen kannst.
Clever buchen: Early Bird, last minute oder Vergleichsportal?
Zeit, Ziel und Budget: Check. Wenn es jetzt an die konkrete Buchung geht, stellt sich oft die Frage: lieber lange im Voraus buchen oder spontan auf den letzten Drücker? Beide Strategien haben ihre Vor- und Nachteile. Frühbucher-Angebote geben dir Planungssicherheit, eine große Auswahl und oft auch einen Early-Bird-Preis. Gerade bei Flügen oder Zugfahrten ist früh buchen fast immer die günstigere Wahl.
Last-minute-Angebote können zwar extreme Schnäppchen sein, erfordern aber starke Nerven und absolute Flexibilität bei Datum und Zielort. Verlässt du dich blind darauf, zahlst du am Ende vielleicht sogar drauf, zum Beispiel, siehe oben, wenn dich deine Reise dann in ein eher teures Urlaubsland führt.
Um wirklich günstig Urlaub buchen zu können, solltest du die technischen Möglichkeiten von Vergleichsportalen voll ausschöpfen. Richte dir für deine Wunschziele Preisalarme ein, dann wirst du bei Preissenkungen sofort informiert und kannst zuschlagen. Nutze bei der Suche die Monatsansicht anstatt eines fixen Datums, um den günstigsten Reisetag auf einen Blick zu erkennen. Und wenn du richtig abenteuerlustig bist, ist Blindbooking eine spannende (und sparsame) Möglichkeit, bei der du das Ziel oder das Hotel erst nach der Buchung erfährst – dafür zu oft unschlagbaren Preisen.
Günstige Flüge finden
Wer richtig günstig fliegen will, muss vor allem bei der Route flexibel sein. Ein Direktflug ist zwar komfortabel, aber fast immer teurer. Wenn du bereit bist, Zwischenstopps einzulegen, sinkt der Ticketpreis oft erheblich. Prüfe außerdem immer die Nebenflughäfen in der Umgebung deines Reiseziels. Manchmal ist der Flug dorthin so viel billiger, dass sich auch eine etwas längere Weiterreise mit dem Bus oder der Bahn vor Ort noch rechnet.
Günstig anreisen und vor Ort unterwegs sein
Wenn es um die Mobilität geht, lautet das Motto für dein Reisebudget: Je langsamer du reist, desto günstiger wird’s. Zeit ist Geld, das gilt ganz besonders im Urlaub. Wer auf den schnellen Nonstop-Flug verzichtet, findet hervorragende Alternativen. Ein Fernbus braucht zwar deutlich länger ans Ziel, kostet aber oft nur einen Bruchteil der Flugtickets. Wenn du unter 27 Jahre alt bist, ist Interrail eine prima Option, um flexibel quer durch Europa zu reisen und dabei massiv Geld zu sparen. Auch eine Mitfahrgelegenheit ist nicht nur extrem günstig, sondern oft eine tolle Chance, schon auf dem Weg spannende Leute kennenzulernen.
An deinem Reiseziel angekommen, kannst du weiter sparen: Verzichte auf bequeme, aber teure Taxifahrten. Nutze stattdessen den ÖPNV und schau direkt nach deiner Ankunft nach speziellen Tickets für Touristinnen und Touristen oder nach Mehrtageskarten. Je nach Ort sind sogar vergünstigte Eintritte in Museen und Ähnliches mit drin. Am billigsten und intensivsten erlebst du eine Stadt aber immer noch, wenn du dir ein Fahrrad leihst oder einfach so viel wie möglich zu Fuß gehst.

Mit dem Auto unterwegs?
Falls du doch mit dem eigenen Auto reist, gibt es auch hier simple Stellschrauben fürs Budget. Tanke zum Beispiel an Autohöfen etwas abseits der Route, anstatt die völlig überzogenen Preise direkt an der Autobahn zu zahlen. „Etwas abseits der Route“ bedeutet oft nur wenige Hundert Meter Umweg! Wenn du dein Auto am Flughafen abstellen musst, such dir einen Parkplatz weiter weg vom Terminal, mit kostenfreiem Shuttle-Service. Und falls du im Urlaub einen Wagen brauchst: Buche deinen Mietwagen immer frühzeitig von Deutschland aus, das ist fast immer günstiger als eine spontane Buchung vor Ort. Und wenn du dich im Voraus auch schon um eine extra Mietwagen-Zusatzversicherung kümmerst, die dir im Ausland Schutz im Falle eines Schadens oder Unfalls bietet (das kann vor Ort sonst schnell teuer werden), sparst du zusätzlich. Ein solcher Mietwagen-Zusatz ist übrigens bei der Orange Credit mit drin.
Günstig übernachten: Hotels, Couchsurfing, Camping & Co.
Bei der Unterkunft lässt sich oft am meisten Geld sparen. Klassische Hotels reißen schnell ein Loch ins Reisebudget, deshalb lohnt sich der Blick auf Alternativen. Ein Hostel ist nicht nur für Rucksackreisende eine gute Wahl, sondern bietet oft auch preiswerte Privatzimmer. Wer Mitglied im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) oder im Alpenverein (DAV) ist, sichert sich in vielen Jugendherbergen und Berghütten zudem attraktive Rabatte.
Noch günstiger oder teilweise komplett kostenlos wird die Übernachtung beim Couchsurfing oder bei einem Wohnungstausch. Auch kleine, privat geführte Pensionen oder Homestays bei Einheimischen sind meist deutlich preiswerter als die großen Hotelketten. Bekannte oder Freundinnen und Freunde irgendwo auf der Welt? Frag, wann sie selbst verreisen und ob du vor Ort Haus oder Wohnung hüten kannst. Win-win!
Wer gerne in der Natur ist, für den ist der klassische Campingurlaub eine hervorragende Option mit kleinem Geldbeutel. Aber Achtung: Wildcampen klingt nach ultimativer Freiheit, ist in den meisten europäischen Ländern allerdings streng verboten und kann empfindliche Geldstrafen nach sich ziehen. Informiere dich vorab über lokale Regeln und suche dir frühzeitig günstige Stellplätze.
Oft hilft es auch schon, bei der Buchung flexibel zu bleiben. Erweitere deinen Suchradius auf die Vororte und Randbezirke. Solange diese gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sind, sparst du enorm. Prüfe außerdem vor der Buchung den örtlichen Messekalender. Während großer Events und Messen explodieren die Zimmerpreise meistens.

Essen und Trinken gut und günstig genießen
Apropos Verpflegung: Hier kannst du im Urlaub ordentlich Geld sparen. Das heißt nicht, dass du kulinarisch auf etwas verzichten musst. Im Gegenteil! Den einfachsten Weg, das Reisebudget zu schonen, haben wir eben schon verraten: selbst kochen, statt täglich teuer essen zu gehen. Wer zumindest das Frühstück und eine weitere Mahlzeit am Tag selbst zubereitet, kommt schon richtig weit.
Wenn du auswärts essen willst, ist der Mittagstisch eine feine Sache. Viele Restaurants bieten mittags Menüs an, die oft nur einen Bruchteil der Abendkarte kosten, qualitativ aber genauso gut sind. Auch Streetfood-Stände und lokale Märkte sind fantastische Orte, um günstig, lecker und vor allem authentisch satt zu werden.
Meide außerdem Restaurants direkt an den großen Sehenswürdigkeiten oder Hauptplätzen. Geh einfach ein oder zwei Seitenstraßen weiter, dort sinken die Preise oft drastisch. Oder, noch besser: Achte darauf, wo die Locals essen. Ein Lokal, an dem viele Einheimische am Tisch sitzen, ist häufig ein Garant für authentisches, besseres und vor allem günstigeres Essen als die typischen Hotspots für Touristinnen und Touristen.
Kostenlos erleben: Kultur, Touren, City Cards
Ein Städtetrip oder Urlaub muss auch bei Ausflügen und Sightseeing nicht teuer sein. In fast jeder größeren Stadt gibt es mittlerweile eine sogenannte Free Walking Tour. Das Prinzip ist simpel: Lokale Guides zeigen dir ihre Stadt, und am Ende zahlst du genau das, was dir die Führung wert war, auf reiner Trinkgeldbasis. Das schont das Budget und ist dazu oft auch viel persönlicher als klassische Touren.
Informiere dich vorab über die Museen an deinem Reiseziel. Viele bieten an bestimmten Wochentagen oder zu bestimmten Uhrzeiten freien Eintritt an. Auch Open-Air-Veranstaltungen, Straßenkunst oder lokale Stadtfeste kosten in der Regel keinen Eintritt und bieten dir oft einen viel authentischeren Einblick in die Kultur als teure Touri-Shows.
Wenn du kostenpflichtige Sehenswürdigkeiten auf deiner Liste hast, rechne durch, ob sich eine City Card für dich lohnt. Diese Stadtpässe beinhalten oft den Nahverkehr und stark vergünstigte oder kostenlose Eintritte. Und anstatt teure geführte Touren durch historische Stätten zu buchen, kannst du dir Audioguides oder spezielle Sightseeing-Apps auf dein Smartphone laden. So erkundest du alles in deinem eigenen Tempo und nach deinen Budgetvorstellungen.

Bezahlen im Ausland: Gebühren vermeiden
Ein Kostenpunkt, der im Urlaub oft übersehen wird, sind die Bankgebühren. Wenn du nicht aufpasst, kann vor allem die Bargeldauszahlung im Ausland schnell teuer werden, weil viele Automatenbetreiber oder die eigene Bank hohe Gebühren verlangen. Informiere dich unbedingt vorab, wo du an deinem Reiseziel im Geschäft oder Restaurant mit Karte zahlen kannst.
Der wichtigste Tipp beim Bezahlen und Geldabheben außerhalb der Eurozone: Wähle die Abrechnung in der jeweiligen Landeswährung und lehne die angebotene Umrechnung in Euro ab. Diese sogenannte Dynamic Currency Conversion (DCC) klingt zwar bequem, nutzt aber fast immer einen schlechteren Wechselkurs, der dich bares Geld kostet.
Verlass dich im Ausland nie auf nur ein einziges Zahlungsmittel. Ein guter Mix aus Bargeld in lokaler Währung für kleinere Ausgaben und einer verlässlichen Reisekarte ist die sicherste Strategie. Und falls doch mal etwas schiefgeht und du deine Karte verlierst oder sie gestohlen wird, kannst du sie aus dem Ausland jederzeit unter der zentralen Sperr-Notrufnummer +49 116 116 sperren lassen.
Woran du nicht sparen solltest
Günstig reisen ist eine tolle Sache, aber es gibt ein paar Bereiche, in denen übertriebene Sparsamkeit nach hinten losgeht oder dich am Ende sogar viel mehr kostet. Ganz oben auf dieser Liste: deine Gesundheit. Reise besser nicht ohne eine gute Auslandsreisekrankenversicherung. Ein Besuch bei einer Ärztin oder einem Arzt oder sogar im Krankenhaus kann ohne den passenden Schutz bis in den finanziellen Ruin führen. Das Geld für eine solche Versicherung ist deshalb eine gute Investition. Vielleicht die beste der ganzen Reise.
Auch bei der Wahl deiner Unterkunft solltest du genau hinschauen. Lass dich nicht von extrem günstigen Preisen blenden, wenn die Unterkunft online viele schlechte Bewertungen hat. Dreckige Zimmer, Schlafmangel durch Lärm oder eine unsichere Gegend ruinieren dir den Urlaub – das ist kein gesparter Euro der Welt wert.
Vorsicht auch bei Billig-Mietwagen. Oft locken hier auf den ersten Blick unschlagbare Schnäppchenpreise. Im Kleingedruckten versteckt sich dann aber oft ein horrender Selbstbehalt im Schadensfall oder ein löchriger Versicherungsschutz. Von einem soliden Angebot mit geringer Selbstbeteiligung profitierst du viel mehr.
Und schließlich: Deine Anreise darf und soll günstig sein, aber keine Tortur. Viermal umsteigen, stundenlang an zugigen Bahnhöfen warten oder eine halbe Weltreise für den Wochenendtrip machen dich schon vor der Ankunft fertig. Wäge immer ehrlich ab, ob die minimale Ersparnis den massiven Stress und den Verlust wertvoller Urlaubszeit wirklich aufwiegt, gerade dann, wenn dein Urlaub ohnehin nicht lang ist.

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